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12.12.16 Ι Häusliche Gewalt
Wenn der Partner zuschlägt…

Häusliche Gewalt bei Männern und Frauen ist mehr als eine Krise. Sie findet in den häufigsten Fällen im sozialen und familiären Umfeld der Betroffenen statt. Ohne ausreichende Beratung und therapeutische Hilfe sind die Opfer oft ein Leben lang den körperlichen, psychischen, sozialen und gesundheitlichen Folgen ihrer Gewalterfahrungen ausgeliefert, die sie aus eigenen Kräften nicht verarbeiten können. Meistens sind es Männer, die häusliche Gewalt in unterschiedlichen Formen ausüben und Frauen, die sich als Opfer ihrer Situation hilflos ausgeliefert fühlen. Beide brauchen Hilfe!

Die SkF-Beratungsstelle Belladonna (Tel. 05251 – 121 96 19) berät gewaltbetroffene Frauen, die ihre Situation wirksam verändern wollen. Wie kann ich mich und die Kinder schützen? Welche rechtlichen Schritte gibt es? Hat unsere Beziehung noch eine Chance? Das sind für die Beraterin Rita Schlottmann beispielhafte Fragen, mit denen sich die Opfer häuslicher Gewalt oft im Kreis drehen. Vor allem dann, wenn der Täter oder auch die Täterin glaubt, keine Hilfe zu benötigen und gemeinsame Beratung nicht möglich ist.

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Bieten wirkungsvolle Hilfen bei häuslicher Gewalt: Jochen Hunold-Berle (KIM-MännerBeratung) und Rita Schlottmann von der Frauen-Beratungsstelle Belladonna (SkF).

Für die KIM-MännerBeratung (Tel. 05251 – 506 77 11) ist das oft der Ausgangspunkt längerer Beratungs- und Trainingsreihen. „Täter lernen, ihre Verantwortung zu übernehmen und die Konsequenzen für ihr Verhalten zu tragen. Gewaltbereite Männer müssen sich gewaltfreie Lösungen für ihre Konflikte Schritt für Schritt erarbeiten“ erläutert Männerberater Jochen Hunold-Berle die Prinzipien seiner Täterhilfe. In diesem Jahr gelang es schon über 60 Männern, sich als Täter häuslicher Gewalt zu bekennen und sein Beratungsangebot zu nutzen. In rund 70% aller Fälle sind Familien (und damit auch indirekt Kinder) die Leidtragenden der Partnergewalt.

Die Fachleute sind sich einig, dass die Täterhilfe als wichtiges Instrument des Opferschutzes begriffen werden muss und arbeiten im Interesse der Ratsuchenden eng zusammen. Sowohl Opfer wie auch Täter befinden sich in einer Spirale ausufernder Verletzungen, Beleidigungen und Bedrängungen, aus der sie einen Ausweg suchen. Alle Erfahrung zeigt, dass sich ohne fachliche Hilfe der Kreislauf der Gewalt jedoch von Mal zu Mal schneller und heftiger dreht.

Eine gute Lösung in diesem Dilemma bietet die Zusammenarbeit der beiden Beratungsstellen, mit der die Fachleute Opferschutz und Täterhilfe wirkungsvoll miteinander verknüpfen. Nicht der gleichzeitige Beratungsbeginn beider Partner ist entscheidend, sondern dass einer/eine den Mut aufbringt und auch die Scham überwindet, den ersten Schritt zu unternehmen. Die speziell geschulten Hilfepartner unterstützen bei der Erarbeitung wirkungsvoller Veränderungen und auf Wunsch auch dabei, den Partner später mit in die Beratung einzubeziehen. Paare die sich für diesen Prozess entscheiden, fühlen sich entlastet und die weitere Entwicklung der Partnerschaft zeigt spürbare Veränderungen in den alltäglichen Umgangsformen. Davon profitieren wiederum die Kinder, die besonders empfindsam auf gewaltgeprägte Lebenssituationen reagieren.

Kontaktieren Sie uns:
maennerberatung@kim-paderborn.de
belladonna@skf-paderborn.de