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Trommelworkshop

Trommelworkshop Im Rahmen ihres zweiten Studienprojektes an der Katholischen Hochschule Paderborn bot die Praktikantin der KIM Anlaufstelle, Stephanie Kiepe, einen Trommelworkshop an. Im November und Dezember traf sich die Gruppe einmal wöchentlich, um gemeinsam zur Katholischen Hochschule Paderborn zu ziehen und dort im Musikraum zu trommeln. Vier Bewohner waren mit von der Partie.
 
Jedes Treffen begann mit einem kurzen Aufwärmen, woraufhin wir in das Spiel afrikanischer und kubanischer Rhythmen einstiegen. Nach der ersten Trommeleinheit gesellte sich die Gruppe zur gemütlichen Teepause. In der zweiten Hälfte wurde zumeist das vor der Pause erarbeitete aufgegriffen und vertieft oder kleine Exkurse gemacht.
 
Im Workshop galt es aber nicht nur ein neues Instrument zu erlernen. Hinter dem Halten eines gemeinsamen Rhythmus, dem Spielen klarer Töne verbergen sich tiefer greifende Ziele. So übersteht dem Projekt das Ziel der Förderung sozialer Kompetenzen. Diese konkretisiert sich in der Stärkung des Selbstvertrauens und der Kommunikationsfähigkeit auf der Basis eines Gruppengefühls.
 
Bereits im Erscheinen zum Workshop kann sich, genauso wie im Halten von Pausen oder im solistischen Spiel, eine Unsicherheit ergeben, die es zu bestehen gilt. Das Meistern solcher unsicherer Situationen dient der Stärkung des Selbstvertrauens. Dieselbe Wirkung hat die im Trommeln erfahrene Bestätigung ("Ich kann etwas") sowie die die Verbesserung des eigenen Körpergefühls.
 
Trommelworkshop Zudem wird die Selbstwahrnehmung gestärkt. Diese stellt, ebenso wie die Wahrnehmung anderer Teilnehmer, eine notwendige Komponente dar, um gemeinsam zu musizieren. Dies bemerkt man schnell, wenn man aus Ablenkung durch andere seinen eigenen Rhythmus verliert oder wenn der Nebenmann vergessen wird und der Rhythmus auseinander läuft.
 
Zuletzt ist für die Förderung der Kommunikationsfähigkeit, Respekt und Akzeptanz von Nöten. Diese wird erprobt, wenn dem Solo eines anderen aufmerksam gelauscht wird, gemeinsame Pausen eingehalten werden oder auf Änderungen in Tempo und Lautstärke eingegangen werden.
 
Bei alledem stellt es einen großen Vorteil des Trommelns dar, dass es zumeist große Freude bereitet. Da kein langes Üben nötig ist, bevor man auf diesem Instrument gemeinsam musizieren kann, kommt der Einzelne schnell zu Erfolgserlebnissen.
 
Die Idee zum Workshop ergab sich in der Beobachtung und Teilnahme am täglichen Leben in den Wohngemeinschaften. Es zeigte sich, dass es in einigen Wohngemeinschaften leicht zu Konflikten kommt und es den Bewohnern oftmals schwer fällt, diese zu lösen. In der Kommunikation zeigten sich Unsicherheiten der Einzelnen dadurch, dass sie sich leicht angegriffen fühlten und emotional reagierten. Die musikalische Auseinandersetzung mit diesem Thema bietet dabei die Möglichkeit, auf eine emotionale Akzeptanz der Mitbewohner hin zu arbeiten und somit die Grundlage für eine fruchtbare Kommunikation zu schaffen.
 
Die Teilnehmer am Trommelworkshop bewiesen ein gutes Durchhaltevermögen und zeigten Engagement und Spaß beim Trommeln. Insbesondere in der Kommunikationsfähigkeit sehen die Teilnehmer selbst Fortschritte. Ein Gruppengefühl konnte sich ansatzweise ausbilden. Um eine besseren Transfer auf Alltagssituationen gewährleisten zu können, wäre allerdings eine Durchführung über einen längeren Zeitraum hinweg vorteilhaft.
 

 
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