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Frauenanlaufstelle

Wenn die Not zu groß wird, wohin dann?

Frauenanlaufstelle - Wenn die Not zu groß wird, wohin dann? Die "FrauenAnlaufstelle" des Vereines KIM-Soziale Arbeit feiert in diesem Jahr ihr 10jähriges Jubiläum.
 
Schon seit über 25 Jahren bietet die Einrichtung "KIM-Anlaufstelle" Unterstützung für Menschen an, die in besondere soziale Schwierigkeiten geraten sind. Oft ist dies der Fall, wenn Wohnungslosigkeit droht, Haftentlassung bevorsteht oder familiäre Bindungen wegbrechen. Die Einrichtung bietet zunächst erst einmal gesicherten Wohnraum und feste Ansprechpartner, mit denen die Probleme gelöst werden können. Dass sich Frauen anders in Krisen verhalten oder auch andere Lösungen als Männer anstreben, wissen die Fachleute schon lange. Bereits vor 10 Jahren haben wurde deshalb eine eigene Anlaufstelle für Frauen gegründet.

 
Über 40 Frauen fanden bisher hier einen Ort, an dem sie wieder neuen Lebensmut sammeln und sich neu orientieren konnten. Die rund einjährige und lebensbegleitende Hilfe der Sozialarbeiterinnen bis hin zur eigenen Wohnung hat sie gestärkt und wieder Fuß fassen lassen.
 
Frauenanlaufstelle - Wenn die Not zu groß wird, wohin dann? Vor ihrem Einzug sind die Frauen in der Regel wohnungslos oder von Wohnungslosigkeit bedroht (z.B. durch Mietkündigung, Haftentlassung, Entlassung aus einer anderen Einrichtung) und tragen einen Rucksack voll Sorgen, den sie alleine nicht mehr in den Griff bekommen. Meist haben sie keine Vertrauensperson mehr und finden im Umfeld keine, nur wenig oder unpassende Unterstützung. Es wird ihnen "alles zu viel" und so entsteht oftmals tiefe Verzweiflung oder unpassendes Verhalten.
 
Angst und Scham verhindert häufig, dass Frauen um Hilfe nachfragen. Die Erwartung an sich selbst: "ich schaff' das schon alleine" verhindert Hilfe von außen. Zudem existieren Ängste vor Institutionen und Einrichtungen, da das eigene Unvermögen oder Versagen dann öffentlich wird. Oft fühlen sie sich in Gegenwart von Männern besonders unsicher und ihrer Chance auf Veränderung beraubt. In der eigens für Frauen konzipierten Anlaufstelle gelingt es leichter, für Sorgen und Probleme die passenden Lösungen zu finden.
 
Frauenanlaufstelle - Wenn die Not zu groß wird, wohin dann? Die FrauenAnlaufstelle liegt im Zentrum Paderborns und bietet fünf Bewohnerinnen ein neues Zuhause. In einem Haus mit Garten legen die Sozialarbeiterinnen besonderen Wert darauf, die Belange der Ratsuchenden in den Mittelpunkt zu rücken. "Die Frauen finden hier gute Voraussetzungen, um die Grundlage für ihre neue Lebensplanung zu erarbeiten" ist sich die Sozialpädagogin Andrea Grabowski sicher. Denn für die Bewohnerinnen ist ihr Lebensabschnitt in der Anlaufstelle oftmals ein Neustart in ein eigenständiges, unabhängiges Leben. In dieser Zeit können sie lernen, mit herausfordernden Situationen besser umzugehen, Hilfe anzunehmen und sich auch in ihrer Partnerschaft Geltung zu verschaffen.
 
Die meisten Frauen nehmen die sozialtherapeutische Eingliederungshilfe etwa für ein Jahr in An-spruch, bevor sie wieder gestärkt eine eigene Wohnung beziehen. Da sie schon während dieser Zeit von eigenen Einkünften leben und wie jeder andere auch ihre Miete zahlen, sind sie gut auf die neue Selbständigkeit vorbereitet.
 
Aus Anlass des Jubiläums informieren die Fachleute sowie Bewohnerinnen der FrauenAnlaufstelle am
 
Samstag, dem 17.09.2011, von 10.00 – 14.00 Uhr

 
mit einem großen Aktionsstand vor der Buchhandlung Linnemann. Die Freude an der Arbeit mit und für Frauen wird durch vielfältige Aktionen deutlich. So wird es mitten in der Fußgängerzone eine "Landkarte der Befindlichkeiten" geben. Selbstentworfene Plakate, ein Bett ("wo schlafe ich heute Nacht?") sowie Koffer ("ich sitze auf gepackten Koffern") verdeutlichen die Lebenssituation von betroffenen Frauen. Zudem geben drei Frauen in einem kurzen Film Einblick in ihr Leben.
 
Jetzige Bewohnerinnen stehen Rede und Antwort. Sie wollen Mut machen, vorhandene Hilfen zu nutzen und geben persönlich Auskunft, wie sie ihre Situation verbessern konnten.
 
Frauenanlaufstelle - Wenn die Not zu groß wird, wohin dann?Frauenanlaufstelle - Wenn die Not zu groß wird, wohin dann?
 
Radiomitschnitt eines Interviews zum Thema: Interviewpartnerin von Radio Hochstift ist die Sozialpädagogin Andrea Grabowski.

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