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Qualitätsmanagement im KIM-Soziale Arbeit e.V.Fortsetzung: Artikel aus d. Fachzeitschrift 'Jugendhilfe' 5/99, Seite 2 |
Die ProjektorganisationDie Einführung des QMS sollte zuerst in der ‚Sozialtherapeutischen Wohngemeinschaft für junge Männer‘ als Pilotprojekt durchgeführt werden.Die Projektgruppe bestand aus fünf ständigen Mitgliedern: der Hausleitung unserer Einrichtung, dem QM-Beauftragten des Trägers, der stellvertretenden Geschäftsleitung, zwei externen Unternehmensberatern und – je nach Fragestellung und Bedarf – weiteren MitarbeiterInnen. Wir bestimmten verbindliche Arbeitstermine, die mit konkreten Arbeitsaufträgen an die Beteiligten, z.B. Erstellung von Checklisten, belegt wurden und führten Ergebnisprotokolle. Die Arbeitsgruppe traf sich mindestens 14-tägig, der Zeitraum zwischen den Terminen wurde zur Feinabstimmung und Dokumentation der jeweils erarbeiteten Prozeßinhalte genutzt. In größeren Zeitabständen wurden die Bereiche nochmals in einer integrierenden Betrachtung und Zusammenschau optimiert. Die grundsätzliche Herangehensweise bei der Erarbeitung, am Beispiel der Prozeßqualität, vermittelt folgende Grafik: Abb. 1: Die Projektarbeit im Überblick![]() Leistungserbringung differenziert betrachtenWährend wir Merkmale der Strukturqualität der Einrichtung leicht benennen konnten, fiel es uns schwerer, die vielfältigen und z.T. routinierten (Teil-) Prozesse der sozialtherapeutischen Arbeit aus der Gesamtheit herauszulösen, sie in ihrer Zielgerichtetheit zu bestimmen und vor allem in ihrer einzelfallbezogenen Bedeutung substantiell zu definieren.Diese Betrachtungsweise war zunächst ungewohnt und für manchen Mitarbeiter ‚Erbsenzählerei‘. „Wichtig sind uns doch eher das fachliche Selbstverständnis und die inhaltliche Arbeit, die ohnehin nicht in ihrer Vielschichtigkeit erfaßt werden kann.“ Zugleich war deutlich, daß diese ‚Vielschichtigkeit‘ in ihrer therapeutischen Qualität für Außenstehende gar nicht nachvollziehbar erkannt und damit die erbrachte Leistung nicht angemessen gewürdigt werden kann. Das Bemühen, diesen Mangel zu beseitigen, stellte letztendlich einen wesentlichen Motivationsfaktor dar, die oftmals langwierigen und kleinschrittigen Erarbeitungsprozesse durchzustehen. Die selbstgestellte Aufgabe hieß also, tatsächlich erbrachte sozialtherapeutische Leistungselemente dahingehend zu beschreiben, daß ihre (therapeutische) Relevanz für den individuellen Hilfeprozeß sowohl inhaltlich als auch im chronologischen Ablauf der Maßnahme klar und nachvollziehbar deutlich werden sollte. Prozesse erkennen und analysierenDie ungewohnte Betrachtungsweise unserer Arbeit führte im Projektverlauf zur Installation diverser Arbeitsbegriffe, die es uns erleichterten, die komplexe Leistungserbringung im sozialtherpeutischen Hilfeprozeß aufzuschlüsseln. Die externen Impulse der hinzugezogenen Unternehmensberatung ermöglichten hier neue Sichtweisen und das Lösen aus festgefahrenen Denkstrukturen.Wir begannen die ‚Ordnung‘ unseres Arbeitsfeldes in Bereiche und Prozeßfelder aufzuschlüsseln. Als wesentlicher Bereich für die einrichtungsspezifische Leistungserbringung wurde die ‚Sozialtherapie‘ benannt. Ihre Prozesse sind durch die Vielfalt der individuellen Schwierigkeitsprofile der Bewohner geprägt und somit am aufwendigsten zu beschreiben. Darüber hinaus sind weitere Bereiche für die Ablauforganisation erforderlich wie etwa die klientenbezogene Verwaltung, die Öffentlichkeitsarbeit, die Anleitung von Praktikanten und Zivildienstleistenden, die Instandhaltung oder auch die materielle Grundversorgung der Bewohner (Küche / Einkauf). Zur genauen Betrachtung der sozialtherapeutischen Leistungselemente hatten wir diese Bereiche abgetrennt und ihre Analyse zunächst zurückgestellt. In einem ersten Schritt haben wir die einzelnen Phasen des sozialtherapeutischen Maßnahmeverlaufs benannt. Sie strukturieren sich vom Prozess der ‚Aufnahme‘ über die ‚Orientierung‘, ‘Konkretisierung‘, ‘Stabilisierung‘ und ‚Verselbständigung‘ bis hin zu den Prozessen der ‚Entlassung‘ und der ‚Nachbetreuung‘, die ihrerseits wieder in einzelne Teilprozesse zerlegt werden konnten. Im Prozeß der ‚Orientierung‘ gibt es beispielsweise den wichtigen Teilprozeß der ‚Zielfindung‘, der dem Bewohner die Einsicht in Veränderungschancen und Entwicklungsziele vermitteln soll. Hier differenziert sich in der Zusammenarbeit mit dem Bewohner die Hilfeplanung und führt ggf. zur Fortschreibung der im Hilfeplangespräch mit dem Jugendamt projektierten Entwicklungsschritte. Die wesentlichen Fragen, die wir uns im Interesse einer leistungsermittelnden Analyse stellen mußten, waren also:
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